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Entscheidung

»1. Die Durchführung der Hauptverhandlung ohne einen Verteidiger stellt einen absoluten Revisionsgrund im Sinne des § 338 Nr. 5 StPO dar, wenn die Voraussetzungen des § 140 Abs. 2 StPO für die Beiordnung eines Pflichtverteidigers vorliegen.«2. Dem Angeklagten ist gem. § 140 Abs. 2 StPO wegen der Schwere der Tat ein Pflichtverteidiger beizuordnen, wenn ihm in anderer Sache der Widerruf einer Strafaussetzung zur Bewährung droht, da dies in der Regel davon abhängig ist, ob eine Freiheitsstrafe zur Bewährung verhängt wird und die Rechtsfolgenentscheidung damit ein besonderes Gewicht hat. Die Heroinabhängigkeit des Angeklagten und eine damit verbundene hochgradige Rückfallgefährdung sind ein Anzeichen verminderter Verteidigungsfähigkeit und verleihen der Rechtsfolgenentscheidung zusätzliches Gewicht.

OLG Düsseldorf (5 Ss 161/96 - 54/96 I)

Datum: 17.06.1996

Fundstelle: VRS 92, 24