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Entscheidung

Ein Täter handelt regelmäßig bereits aus niedrigen Beweggründen, d.h. aus nach allgemeiner sittlicher Anschauung verachtenswerten, besonders verwerflichen Motiven, wenn er, um seine Mittäter zu übertrumpfen, von einer Körperverletzung zur Tötung übergeht. Das gilt erst recht, wenn der Täter mit seiner Tötungshandlung anderen deshalb zu imponieren strebt, weil er deren Ausländerhaß kennt und akzeptiert. So tötet aus niedrigen Beweggründen auch derjenige, der sich die rassistischen Beweggründe anderer zu eigen macht.

BGH (5 StR 455/93)

Datum: 07.09.1993

Fundstelle: BGHR JGG § 18 Abs. 2 - Strafzwecke 3; BGHR JGG § 18 Abs. 2 - Strafzwecke 4; BGHR StGB § 211 Abs. 2 - Niedrige Beweggründe 27; BGHR StGB § 211 Abs. 2 - niedrige Beweggründe 29; BGHR StPO § 354 Abs. 1 - Sachentscheidung 3; BGHR StPO § 354 Abs. 1 - Sachentscheidung 4; DRsp III(327)149f; NJW 1994, 395; NStZ 1994, 124

Auszug:
1. Das Bezirksgericht hat den Angeklagten wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu einer Jugendstrafe von drei Jahren und acht Monaten verurteilt. Dem liegen folgende [...]