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Entscheidung

1. Stellt das Tatgericht fest, daß der Täter durch finanzielle Schwierigkeiten zu seinem Verhalten veranlaßt wurde, so bedarf es näherer Darlegung, daß der wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten gefaßte Tatentschluß auch noch Grundlage für das Verhalten in der Zeit gewesen sei, in der sich die wirtschaftlichen Verhältnisse deutlich gebessert hätten.2. Bei treuwidrigen Entnahmen aus einer Bar-Kasse könnte es gegen die Annahme einer in Grundzügen gleichen Tatbegehung sprechen, wenn hinsichtlich der entnommenen Beträge größere Schwankungen festzustellen sind.3. Größere Zeitabstände zwischen einzelnen Vorfällen innerhalb eines sich über einen längeren Zeitraum erstreckenden Geschehens können gegen die Annahme eines Gesamtvorsatzes sprechen.4. Hat der Täter sich entschlossen, über einen unbestimmt langen, sich über Jahre erstreckenden Zeitraum zu handeln, so bedarf die Annahme eines auf einen Gesamterfolg gerichteten Gesamtvorsatzes besonders eingehender Begründung.5. Der Täter ist beschwert, wenn bei einer Wertung der einzelnen Vorgänge 5. Der Täter ist beschwert, wenn bei einer Wertung der einzelnen Vorgänge als rechtlich selbständige Taten weite Teile des Gesamtgeschehens verjährt wären. Zwar ist es dem Tatrichter nicht verwehrt, bei der Strafzumessung auch festgestellte verjährte Taten zum Nachteil des Angeklagten zu berücksichtigen (BGH NJW 1987, 3144). Es ist jedoch nicht auszuschließen, daß dies im Ergebnis zu einer milderen Strafe geführt hätte.

BGH (1 StR 173/93)

Datum: 27.04.1993

Fundstelle: wistra 1993, 262

Auszug:
wistra 1993, 262 [...]