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Entscheidung

1. Hat die Strafkammer die naheliegende Frage nicht erörtert, warum sie nur einen Teil der sexuellen Mißbrauchshandlungen für bewiesen hält, so kann der Senat nicht nachprüfen, ob der Tatrichter die belastenden Aussagen des Kindes, die der Verurteilung zugrunde liegen, in umfassender Weise gewürdigt hat. Zu dieser umfassenden Würdigung gehört regelmäßig auch die Auseinandersetzung mit dem Umstand, daß ein Teil der belastenden Aussagen eines Zeugen für glaubhaft erachtet wird, ein anderer Teil dagegen nicht.2. Bei einem zur Tatzeit zwei Jahre und vier Monate alten Kind ist auszuschließen, daß eine erneute Hauptverhandlung tragfähige Aufschlüsse erbringen wird. Es liegt fern, daß das Kind in der neuen Hauptverhandlung noch in der Lage sein wird, über ein mehr als drei Jahre zurückliegendes, vergleichsweise flüchtiges Erlebnis zuverlässig zu berichten, zumal dieses in der Zwischenzeit Gegenstand mehrfacher Befragungen gewesen ist. Hierbei darf auch die Rücksicht auf das Kind, dem eine erneute Vernehmung schaden könnte, Einfluß auf die Entscheidung des Senats haben. Der Angeklagte war daher freizusprechen.

BGH (5 StR 689/92)

Datum: 16.02.1993

Fundstelle: NJW 1993, 2451; StV 1994, 6 (Ls)

Auszug:
NJW 1993, 2451 StV 1994, 6 (Ls) [...]