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Entscheidung

1. Eine Fotokopie enthält lediglich die bildliche Wiedergabe der in einem anderen Schriftstück verkörperten Erklärung. Die Ablichtung als solche umfaßt regelmäßig nicht die wesentlichen Merkmale einer Urkunde. Eine Beweisbedeutung kommt ihr nicht ohne weiteres zu. Sie weist vor allem ihren Aussteller nicht aus. Ihr kann daher auch die - einer Urkunde grundsätzlich eigene - Garantiefunktion für die Richtigkeit des Inhalts nicht schlechthin zuerkannt werden (BGHSt 20, 17, 18; 24, 140 m.w.N.; BGH wistra 1993, 225).2. Wird eine Fotokopie verändert, indem eine Unterschrift hineinkopiert wird, so handelt es sich jedenfalls dann nicht um eine Urkunde, wenn deutlich gemacht wird, daß eine Ablichtung vorgelegt wird.3. Der Beglaubigungsvermerk auf einem (fotokopierten) Schriftstück ist eine Urkunde, so daß eine unechte Urkunde hergestellt wird, wenn ein Beglaubigungsvermerk gefälscht wird.

BGH (5 StR 283/93)

Datum: 14.09.1993

Fundstelle: StV 1994, 18; wistra 1993, 341

Auszug:
Das Landgericht hat den Angeklagten wegen Urkundenfälschung (Gebrauchen von unechten Urkunden) unter Einbeziehung von Strafen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten (Einzelfreiheitsstrafe [...]