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Entscheidung

1. Ein Beweismittel ist als völlig ungeeignet im Sinne des § 244 Abs. 3 StPO anzusehen, wenn ungeachtet des bisher gewonnenen Beweisergebnisses nach sicherer Lebenserfahrung feststeht, daß sich mit ihm das im Beweisantrag in Aussicht gestellte Ergebnis nicht erzielen läßt (BGHSt 14, 339; für die Genomanalyse BGHSt 37, 157 f.; NStZ 1991, 399). Gleiches gilt aber auch, wenn der Sachverständige, dessen Gutachten eingeholt werden soll, eine Untersuchungsmethode anwendet, die unausgereift und nicht zuverlässig ist (BGH NStZ 1985, 515, 516; MDR 1993, 165 >166< (=BGHSt 39, 49) ; BGH NJW 1978, 1207). Die Frage nach der Eignung bestimmter Untersuchungsmethoden ist dabei nach der Lebenserfahrung und dem Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse zu beantworten. 2. Wird auf dem Opfer Fasermaterial gefunden, welches dem Lebensbereich des Tatverdächtigen zugeordnet werden kann und werden an dem verwendeten Tatmittel Fasern aus dem Lebensbereich des Verdächtigen gefunden, so kommt einem solchen Befund - für sich genommen - besondere Beweiskraft noch nicht zu. Nachgewiesene material- und einfärbungsidentische Fasern sind für die Beurteilung eines möglichen Kontaktes vor allem aber dann bedeutsam, wenn das Spurenbild eine große Anzahl verschiedener Faserarten zeigt und jede Faserart in einer hohen Anzahl gleichartiger Fasern vertreten ist. Überkreuzungsspuren und Sekundärspuren erweitern dabei den BeweiswertÜberkreuzungsspuren und Sekundärspuren erweitern dabei den Beweiswert erheblich. Faserspuren können lediglich im Rahmen der Beweiswürdigung (§ 261 StPO) den Schluß rechtfertigen, daß ein Kontakt zwischen verschiedenen Textilien stattgefunden haben. Ein weitergehender Beweiswert darf textilen Spurenbildern nicht zukommen, insbesonders können sie den Ergebnissen serologischer und genomanalytischer Gutachten oder daktyloskopischer Beurteilungen nicht gleichgestellt werden, weil zur Zeit bei der Bewertung von Faserspurenbildern

BGH (2 StR 502/92)

Datum: 04.03.1993

Fundstelle: NStZ 1993, 395; StV 1993, 340

Auszug:
NStZ 1993, 395 StV 1993, 340 [...]