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Entscheidung

1. Auch bei einer wegen der Schwere der Schuld verhängten Jugendstrafe bemißt sich ihre Höhe vorrangig nach erzieherischen Gesichtspunkten. Die Urteilsgründe müssen in jedem Fall erkennen lassen, daß dem Erziehungsgedanken die ihm zukommende Beachtung geschenkt worden ist. Diesen Anforderungen genügen die Strafzumessungserwägungen nur, wenn sie sich eingehend damit auseinandersetzen, inwieweit die Verbüßung einer längeren Jugendstrafe zu Behebung eines festgestellten Erziehungsdefizits und der kriminellen Gefährdung des Angeklagten erforderlich ist. Dabei ist insbesondere zu erörtern, daß die Persönlichkeitsentwicklung des Angeklagten bisher im wesentlichen problemlos verlaufen, er insbesondere nicht straffällig geworden ist und er nach einer Haftentlassung in seine Familie zurückkehren kann. In einem solchen Fall liegt es nahe, daß die Tat Ausnahmecharakter hat.

BGH (4 StR 313/92)

Datum: 18.08.1992

Fundstelle: StV 1993, 532

Auszug:
StV 1993, 532 [...]