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Entscheidung

1. Zwar liegt zwar bei äußerst gefährlichen Gewalthandlungen nahe, daß der Täter auch mit der Möglichkeit rechnet, das Opfer könne dabei zu Tode kommen, und, weil er gleichwohl sein gefährliches Handeln beginnt, einen solchen Erfolg billigend in Kauf nimmt.2. Wegen der hohen Hemmschwelle gegenüber einer Tötung ist jedoch immer auch die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, daß der Täter die Gefahr der Tötung nicht erkannt oder jedenfalls darauf vertraut hat, ein solcher Erfolg werde nicht eintreten.3. Der Tatrichter muß deshalb in seine Erwägungen alle die Umstände einbeziehen, die ein solches Ergebnis in Frage stellen.4. Lassen die Urteilsgründe diese Erwägungen nicht erkennen, ist insoweit ist die Beweiswürdigung lückenhaft.

BGH (2 StR 396/90)

Datum: 26.10.1990

Fundstelle: BGHR StGB § 212 Abs. 1 - Vorsatz, bedingter 23; StV 1991, 510

Auszug:
Das Landgericht hat den Angeklagten wegen versuchten Totschlags zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Die Revision des Angeklagten, mit der er die Verletzung materiellen und formellen Rechts rügt, hat mit der [...]