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Entscheidung

1. Zum Begriff der Drohung gehört, daß der Drohende dem Opfer ein künftiges Übel in Aussicht stellt Mit den Worten: Zieh Dich aus! hat er die Geschädigte lediglich zum Handeln aufgefordert, ohne Maßnahmen für den Fall der Weigerung anzukündigen.2. Die Ankündigung des Übels kann auch in einem schlüssigen Handeln liegen, dem das Opfer entnimmt, der Täter werde ihm ein bestimmtes Übel zufügen, so wenn der Täter seine Äußerung mit drohenden Gebärden, die ein bestimmtes Übel charakterisieren, unterstreicht oder mit drohend klingender Stimme, die auf Gewaltätigkeit für den Fall der Weigerung hindeutet, ausspricht.3. Der Tatbestand des § 177 StGB ist nur erfüllt, wenn Drohungen mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben festgestellt werden; die Ankündigung einer unerheblichen Beeinträchtigung der körperlichen Integrität wäre nicht tatbestandsmäßig.

BGH (4 StR 436/85)

Datum: 27.08.1985

Auszug:
Das Landgericht hat den Angeklagten wegen Diebstahls und wegen Vergewaltigung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt. Die Revision des Angeklagten ist im Sinne des § 349 Abs. 2 StPO unbegründet, [...]