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Entscheidung

1. Gegen den Gedanken, durch eine Art von Leidensdruck im Strafvollzug die Erfolgsaussicht einer anschließenden Maßregelbehandlung zu verbessern, grundsätzliche, allgemein geltende Einwände nicht erhoben werden.2. Im Einzelfall muß der Vorwegvollzug der Strafe geeignet erscheinen, die Therapiebereitschaft des Verurteilten in einer Art und Weise zu fördern, daß dieses Ziel im Maßregelvollzug nicht mit gleicher Aussicht auf Erfolg erreicht werden kann.3. Die Umkehrung der gesetzlich vorgeschriebenen Reihenfolge der Vollstreckung von Maßregel und Strafe kann in der Regel auch nicht damit gerechtfertigt werden, daß der Vorwegvollzug der Strafvollstreckung erforderlich sei, um den Angeklagten Nach erfolgreicher Therapie in Freiheit entlassen zu können, damit er durch die nachfolgende Verbüßung einer längeren Freiheitsstrafe nicht völlig demotiviert würde.

BGH (1 StR 504/85)

Datum: 29.10.1985

Auszug:
1. Durchgreifende Bedenken bestehen gegen die Bestimmung, die Strafe sei vor der Maßregel zu vollstrecken. Das Landgericht hat die vom Regelfall abweichende Reihenfolge der Vollstreckung von Maßregel und Strafe (§ 67 [...]